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Schädelfehlbildung kein sicheres Zeichen für Zika Virus

3. Juli 2016
Schädelfehlbildung kein sicheres Zeichen für Zika Virus

Ein zu kleiner, nicht voll entwickelter Schädel ist die größte Angst Angst Schwangerer Frauen, wenn Sie an das Zika Virus denken. Doch diese so genannte Mikrozephalie ist laut einer aktuellen Studie brasillianischer Wissenschaftler kein sicheres Zeichen einer Zika Virus Infektion in der Schwangerschaft.

Die so genannte Mikrozepahlie, eine Fehlbildung des Kopfes bei Babys wurde bisher immer als sicheres Zeichen einer Zika Infektion genannt. Doch zeigt eine Studie brasilianischer Wissenschaftler, die Ihre Studie im Fachmagazin „The Lancet“ veröffentlicht haben, führt eine Zika Virus Infektion während der Schwangerschaft nicht immer zur folgenschweren Mikrozephalie.

Die Studie zeigt, dass zwar bei 80% der Fälle einer möglichen Zika Infektion der Mutter während der Schwangerschaft ein verminderter Kopfumfang, die so genannte Mikrozephalie, zu beobachten war, bei 20% trat dies aber nicht aus. Die Wissenschaftler werteten dabei einen Kopfumfang des Neugeborenen von weniger als 32cm als Mikrozephalie.

Auch bei normalem Kopfumfang Hirnschäden möglich

Je nach Zeitpunkt der Infektion sind auch normale Kopfumfänge ohne Deformationen möglich, bei denen die Neugeborenen trotzdem unter schweren Hirnschäden leiden, so Cesar Victora einer der brasillianischen Wissenschaftler der Zika Virus Studie. Bei Schwangeren, die sich erst in der 30. Woche oder später mit dem Zika Virus infizierten, stieg die Wahrscheinlichkeit dass das Baby zwar keine Deformationen des Kopfes aufwies, aber trotzdem Hirnschäden zu beobachten waren. Dies zeigt, dass eine Infektion mit dem Zika Virus während der Schwangerschaft in erster Linie zu schweren Schäden des Gehirns führen kann, die nicht immer mit einer Mikrozephalie einhergehen.

Brasilien stark betroffen

Obwohl das Zika Virus schon in mehr als 61 Ländern entdeckt wurde, ist Brasilien bisher am Stärksten von den Auswirkungen des Virus betroffen.